A Journey To …




Das Wunder des Lebens…

Posted in Erlebnisse, Michael von journey am 2. Jan. 2009

…hat unsere Prinzessin Lorena mit einem ersten tiefen Atemzug um 16:40 am 29.12.2008 wachgekuesst. Sie ist ein Steinböckli, mit ihren 4.25 kg und 54 cm das pure Gegenteil von Mikey damals. Sie ist genau zwei Jahre nach unserer Hochzeit auf die Welt gekommen und hat uns so einen unvergesslichen Hochzeitstag beschert. Wir sind als vierblättriges Kleeblatt ins neue Jahr gestartet, unser Glück ist perfekt. Willkommen, Lorena, benvenuta, welcome to Planet Earth!

lorena-pink-princess
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Merry Christmas

Posted in Allgemein von journey am 25. Dez. 2008

Weihnachten ist so ganz anders hier in der südlichen Hemisphäre, für uns Europäer kommt da nicht richtige Weihnachtsstimmung auf. Doch das wunderschöne Sommerwetter ist auch nicht zu verachten und der Dezemberstress fällt weg, schon ab Anfang/Mitte Dezember ist in Kapstadt Ferienstimmung. Wir vermissen unsere Familien, es ist keine traditionelle Weihnacht für uns. Und doch ist es eine ganz besondere Weihnacht - wir erwarten jeden Moment die Geburt von Lorena, unser schönstes Weihnachtsgeschenk. Eigentlich war sie auf heute, 25. Dezember angesagt, aber sie macht bisher keine Anstalten, auf die Welt zu kommen. Also gibt’s jetzt erst mal ein feines Braai :)

Wir wünschen allen eine schöne Weihnacht und ein wundervolles neues Jahr 2009!

santa mikey

lachend

toeff

nuggi

verschmitzt

bathandlaugh

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Thabo Mbeki tritt zurück

Posted in Südafrika von Peter am 22. Sep. 2008

Es hätte die Woche seines grössten Triumphs werden sollen, als Thabo Mbeki vor 10 Tagen stolz seinen Mediations-Deal für eine Einheitsregierung in Zimbabwe präsentierte. Doch es kam ganz anders. Nur zwei Tage später fällte der Richter Chris Nicholson ein explosives Urteil im Fall gegen Jacob Zuma. Er gab dessen Anwaltsteam recht und urteilte, dass die Staatsanwaltschaft prozedurale Fehler begangen hat, sowie dass die Regierung die Staatsanwaltschaft beeinflusst und für politische Zwecke missbraucht hat. Zuma sah sich schon lange als Opfer einer Verschwörung angestiftet von Mbeki, Nicholson hat ihm nun recht gegeben.

Heute abend hat Mbeki in einer Ansprache an die Nation seinen Rücktritt bekanntgegeben. Es blieb ihm nichts anderes mehr übrig, nachdem das ANC-Zentralkomittee am Freitag seine Absetzung beschlossen hatte. In seiner Rede stritt er kategorisch ab, die Staatsanwaltschaft je beeinflusst zu haben. Doch seine Feinde in der Partei haben das Urteil zum Anlass genommen, ihm den politischen Todesstoss zu versetzen.

Nicht mancher wird ihm eine Träne nachweinen in diesem Land, zu lang ist die Liste der Verfehlungen und Versäumnisse seiner Regierung. Er hat eine katastrophale AIDS-Politik zu verantworten, hunderttausende Südafrikaner sind deswegen unnötig gestorben. Er hat sich mehr um Aussenpolitik als um die Probleme im Land gekümmert - trotz wirtschaftlichem Fortschritt hat sich die miserable Lebenssituation der Mehrheit der schwarzen Bevölkerung nicht verbessert während seiner Amtszeit. Er beschützte seine Vertrauten bis zum Gehtnichtmehr und vernichtete jegliche Opposition in der ANC. Er hat die Nation mehrfach belogen, zuletzt im Fall Selebi/Pikoli. Er schien oft merkwürdig abgehoben und seine Regierung glänzte vor allem dadurch, die Probleme zu ignorieren und ihre Existenz zu bestreiten. Auch die Krise in Zimbabwe wurde möglichst ignoriert, er hat Mugabe viel zu lange machen lassen. Während den ausländerfeindlichen Ausschreitungen dieses Jahr war er abwesend und reagierte erst nach zwei Wochen. Und im ominösen Waffendeal ist er wohl genauso schuldig wie Zuma. Doch zum Verhängnis wurde ihm schlussendlich ganz einfach, dass er sich über die Jahre zu viele Feinde in der eigenen Partei gemacht hatte, wie auch die BBC berichtet.

Obwohl Richter Nicholson nichts über Zuma’s Schuld oder Unschuld aussagte und die Staatsanwaltschaft das Urteil anfechten kann, ist Zuma der grosse Gewinner. Die neue Übergangsregierung wird er als Parteipräsident nun viel besser dirigieren können. Es wird erwartet, dass Parlamentssprecherin Bleka Mbete bis zu den Wahlen 2009 als Staatspräsidentin amtet. Zuma wird dann ANC Präsidentschaftskandidat und wahrscheinlich die Wahlen gewinnen. Doch gerade die dramatische letzte Woche hat gezeigt, dass sich alles schnell ändern kann. Bereits gibt es erste Gerüchte, dass sich die heillos zerstrittene ANC aufsplitten könnte, was wohl das Beste für die Demokratie in Südafrika wäre.

Ein Leser-SMS in einer Zeitung diese Woche fasst kurz und treffend zusammen, was viele denken: “Mbeki or Zuma? Rather the devil you know…”

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Wintersommer

Posted in Erlebnisse von journey am 27. Aug. 2008

Seit dem Wintereinbruch Ende Mai hier in Südafrika haben wir ein reges Winter/Sommer Wechselspiel erlebt. Im Juni/Juli durften wir in den unvergesslichen Schweizer EM-Sommer eintauchen. Wir erlebten schöne Zeiten mit Familie und Freunden, unser herzlicher Dank geht an Elisabeta, Gianni und Marco - Ihr habt wirklich alles getan, um unsere Zeit bei Euch zu verschönern. Ganz besonders Elisabeta - Du bist ein wunderbarer Engel!

Obwohl die Schweizer Nati als erstes Team ausschied und die Stimmung insgesamt nicht an das herankam, was wir vier Jahre früher in Portugal erlebt hatten, war die EM ein voller Erfolg. Die Präzision und Detailtreue der Schweizer Eventorganisation war bewundernswert - leider können wir uns noch nicht ganz vorstellen, wie das 2010 hier in SA ablaufen wird…

Das Wetter in der Schweiz war wechselhaft, mal wunderschön und heiss, mal kälter als hier im Winter. Als wir Mitte Juli nach Hause kamen, haben wir uns einen abgefroren und wie letztes Jahr einen kalten und garstigen August erwartet. Doch das Gegenteil traf ein - in den letzten Wochen hatten wir mehrheitlich wunderschöne milde Tage, ohne Wind und mit viel Sonnenschein. Nur ab und zu kommt ein Sturm vorbei um uns an den Winter zu erinnern.

Unser kleines Juwel Michael macht uns viel Freude und hält uns auf Trab. Er hat in den letzten Wochen laufen gelernt und ist nun nicht mehr zu bremsen… Wir freuen uns sehr auf sein kleines Geschwisterchen, das gegen Ende Jahr auf die Welt kommen wird. Hier einige Foto Impressionen aus diesem Wintersommer:


michael badend
Ds Bädele isch sooooo schön gsi im Garte in Oberrohrdorf…

michael pizza
Mmmmhhhh und de hani feini Pizza dörfe esse mit em Nonno…

mikey marco
…und mit em Götti Marco spiele judihui - due belli ragazzi italiani :)

michael nonna
Mini Nonna het immer zue mer gluegt - mis Mami isch ds beschte Mami wills selber ds allerbeschte Mami het!

thunersee
Uf em Thunersee het’s mega gfägt mit allne Hadis…


…und bim Sösti het’s mer ganz bsunders guet gfalle!

michael erste schritte
Chum si mer zrügg gsi hani im Garte mini erschte Schritte gmacht, jitz chani endlech loufe :)

michael baelle
Jitz hani sooo viel Bälleli zum spiele, i wett nume no dusseblibe!

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Super 14: I am a Stormer!

Posted in Erlebnisse von Peter am 15. Jun. 2008

Leider konnte ich nur aus der Ferne mitverfolgen, wie meine alte Liebe YB einen grossartigen Frühling hinlegte, im entscheidenden Spiel um die Meisterschaft jedoch gegen Basel verlor. Hautnah dran waren wir dafür an der Super 14, ein mit der Champion’s League vergleichbares tolles Spektakel. Die besten 14 Rugby-Teams aus Neuseeland, Australien und Südafrika haben seit Januar in 13 Ligaspielen die 4 Halbfinalisten ausgemacht, die nun um den Titel spielten. Da die südliche Hemisphäre das Welt-Rugby dominiert sind die besten Super 14 Teams mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die besten der Welt. Im Finale haben soeben die Crusaders aus Christchurch/NZ die Waratahs aus Sydney verdient geschlagen.

Rugby ist in Südafrika nach Provinzen organisiert, die Stormers sind das in Kapstadt beheimatete Super 14 Team der Western Province. Vor kurzem hatte ich das Vergnügen, das Spiel der Stormers gegen die Hurricanes aus Neuseeland live mitzuverfolgen. Das Newlands Stadion am Fuss des Tafelbergs fasst gut 50′000 Zuschauer und verwandelt sich bei Stormers-Heimspielen in einen richtigen Hexenkessel. Dieser Schnappschuss von mir gibt einen Eindruck der tollen Atmosphäre:

Newlands Stadium Stadion Kapstadt Cape Town

Die Stormers gewannen dieses mitreissende Spiel klar, seither gilt auch für mich: I am a Stormer! Nach einer miserablen letzten Saison spielten die Stormers diese Saison erfrischendes Angriffs-Rugby und gewannen 9 Spiele in Serie. Trotzdem verpassten sie am Schluss die Halbfinalqualifikation extrem knapp. Halb so schlimm, nächsten Januar fängt das Spektakel von Neuem an.

Doch nun ist erst mal König Fussball Trumpf, wir freuen uns auf die EM in der Schweiz. Mein südafrikanischer Freund und Rugby-Fan Stephen kann nicht verstehen, warum Fussballspieler sich nach Fouls minutenlang auf dem Rasen wälzen. Ein Rugby-Spieler steht einfach auf und macht weiter, ausser er ist wirklich schwer verletzt. Stephen sagt, Fussball sei ein Weicheier-Sport. Er hat schon recht damit - den harten Rugby Mannen können die Fussball Bubis nicht wirklich das Wasser reichen…

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Mikey’s erster Geburtstag

Posted in Erlebnisse von journey am 20. Apr. 2008

Der 12. April war ein grosser Tag - Michael wurde bereits ein Jahr alt! Daniela hatte unser ganzes Haus kunterbunt geschmueckt und viele unserer Freunde kamen an diesem sonnigen Samstagnachmittag zu uns. Bei Spiel und Spass am Pool war Mikey quietschfidel und lertne eine kleine kaffeebraune Freundin kennen. Dann warteten gleich zwei Geburtstagskuchen auf ihn, mit je einer Kerze… Mami musste noch nachhelfen beim ausblasen.

erster geburtstag kerze ausblasen

Schon den ganzen Tag hatte er ein grosses, eingepacktes Geschenk bestaunt. Nun wollte er nicht mehr länger warten und machte sich daran, all die kleinen und grossen Geschenke auszupacken!

geschenke auspacken

toeff

Da gab’s vieles zu bestaunen, begrapschen und spielen. Doch dann war schon bald Zeit für sein Abendessen und alle wünschten Mikey gute Nacht nach diesem grossen und anstrengenden Tag. Für uns alle gab’s dann noch ein feines Braai…

Hier sind noch drei weitere Mikey-Impressionen:

baedele.jpg
Es git nüt luschtigers als bädele :)

enteli.jpg
Was si de das für komischi Enteli?

papi-mikey-beach.jpg
Uiii die Welle hei mi fasziniert!

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Ein Sommer der nicht endet

Posted in Erlebnisse von journey am 10. Apr. 2008

Dieser Somnmer in Kapstadt ist wunder strahlend schön, und er hört nicht auf. Wir können die Regentage seit Anfang Dezember an einer Hand abzählen, meist war keine einzige Wolke am Himmel. Die Stimmung ist so total laid back, dass wir seit Dezember zu faul zum bloggen und für vieles anderes waren. Letzte Woche hatten wir die heissesten Tage des Jahres, nun kühlt es nachts langsam ab.

Ein Höhepunkt dieses Sommers war der Besuch von Daniela’s Bruder Marco und seiner Freundin Karin im Januar/Februar. Wir hatten viel Spass, die beiden waren sehr unternehmungslustig und haben fast alles gesehen, was es am Kap zu sehen gibt. Wir gingen sogar auf eine Safari, nur drei Autostunden von Kapstadt entfernt. Und Mikey hat in dieser Zeit seinen Götti Marco bereits richtig gut kennengelernt.

Marco und Mikey
Das macht Spass :)

Cheetahs

nashorn.jpg

Die drei Wochen gingen viel zu schnell vorbei…Seither hatten wir wieder viel Arbeit, aber auch viel Sonne, Pool und Meer sowie unzählige Braais in lauen Sommernächten. Die grösste Freude haben wir an unserem kleinen Sonnenschein. Er ist gewachsen und hat unendliche Energie, er spielt mit allem, krabbelt überall herum und versucht zu laufen. Am liebsten hat er es, wenn er herumgeführt wird, um die Welt zu erkunden… Wir freuen uns sehr auf seinen 1. Geburtstag nächsten Samstag!

Mikey Zuber

Wir sind besorgt über die Lage in unserem Nachbarland Zimbabwe. Das Blog This is Zimbabwe ist eine gute Informationsquelle direkt aus dem Land. Leider ist es keine Überraschung, dass Präsident Mbeki das tut was er immer tut, warten und schweigen. Obwohl es zuallererst an ihm wäre, Druck zu machen, dass die Resultate endlich veröffentlicht werden. Es ist höchste Zeit, dass Mugabe abtritt.

Hoffnung macht zum Beispiel ein riesiger Schmetterling, der uns vor kurzem besucht hat. Er flog zuerst im Garten herum, kam danach ins Haus hinein und machte es die ganze Nacht gemütlich, bevor er am Morgen friedlich entflog…

schmetterling
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Jacob Zuma - Schreckgespenst, oder doch nicht?

Posted in Südafrika von Peter am 13. Mrz. 2008

Seit Monaten beherrscht er die Schlagzeilen in Südafrika und ist auch in internationalen News präsent. Jacob Zuma, der im letzten Dezember zum neuen ANC Präsident gewählt wurde, polarisiert wie kein zweiter. Viele sehen in ihm eine Art Messias, mit dem das Land eine positive Wende erfahren wird. Andere sehen in ihm das totale Schreckgespenst, das das Land ins Verderben führen wird.

Zuma wurde 1942 in einem Dorf in KwaZulu-Natal geboren. Sein Vater starb, als er noch ein Baby war. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und erhielt keine formelle Schulbildung. Er trat bereits mit 17 der ANC bei und war in den Sechzigern für 10 Jahre auf Robben Island inhaftiert, im gleichen Gefängnis wie Nelson Mandela. Von 1975 bis 1990 war er im Exil in Swziland, Mozambique und später in Zambia. Als die ANC 1994 an die Macht kam, wurde er Mitglied der Provinzregierung von KwaZulu-Natal, er liess Thabo Mbeki den Vorrang für den Posten des Vizepräsidenten unter Mandela. 1997 wurde er zum Vizepräsidenten der ANC gewählt und als Mbeki 1999 Präsident wurde, wurde er auch Vizepräsident des Landes.

2004 wurde Zuma zur Schlüsselfigur im Gerichtsfall seines Finanzberaters Shabir Shaik. 2005 wurde Shaik schuldig gesprochen und zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt wegen Korruption und Betrug im Zusammenhang mit Schmiergeldern an Zuma von der französischen Waffenfirma Thint. Mbeki blieb daraufhin nichts anderes übrig, als Zuma seines Amtes zu entheben.

Ende 2005 wurde Zuma wegen Vergewaltigung angeklagt, jedoch Mitte 2006 freigesprochen. Zumagab vor Gericht zu, dass er mit der Klägerin “im gegenseitigen Einverständnis” ungeschützten Sex hatte. Und er machte die berühmte Aussage, dass er nach dem sexuellen Akt “eine Dusche nahm, um das Risiko einer AIDS Ansteckung zu reduzieren”…

Trotz allem hielten seine Supporter weiterhin zu ihm, insbesondere die einflussreiche ANC Youth League und die Allianzpartner der ANC, die South African Communist Party und COSATU. Zuma polarisiert nicht nur wegen seinen Justizproblemen und seinen linkspopulistischen Reden, sondern auch mit seinem Privatlebene. Er ist der Zulu Tradition verbunden, mit all ihren Ritualen und Zulassung der Polygamie. Er hat mindestens fünf Frauen geheiratet, eine davon beging Selbstmord und Nkosazana Dlamini-Zuma, mittlerweilen Südafrikas Aussenministerin, liess sich von ihm scheiden. Er hat auch drei Verlobte, mit zwei davon laufen die Vorbereitungen für eine Hochzeit in diesem Jahr. Es wird vermutet, dass er mindestens 17 Kinder mit all diesen Frauen hat, und ein aussereheliches Kind. Sein Lieblingssong, den er bei praktisch jedem öffentlichen Auftritt singt, hat den Titel Lethu Mshini Wami, übersetzt “Bring me my machine gun”.

jacob zuma
Jacob Zuma singt “bring me my machine gun”

Am Anfang letzten Jahres wurden Zuma kaum Chancen für die ANC-Präsidentschaft eingeräumt. Andere Namen wie Tokyo Sexwale und Cyril Ramaphosa waren in den Schlagzeilen und es wurde angenommen, dass es Mbeki gelingen wird, auf die eine oder andere Weise an der Macht zu bleiben. In der zweiten Jahreshälfte gelang Zuma eine mirakulöse politische Wiederauferstehung und der Wahlkampf spitzte sich auf ein Duell zwischen Mbei und ihm zu. Im November 07 fügte er Mbeki bei den Provinzwahlen der ANC-Delegierten eine erste vernichtende Niederlage zu. Mbeki versuchte verzweifelt, die Wiederwahl zu retten. Doch am ANC-Kongress im Dezember in Polokwane wurde er ausgebuht und gedemütigt. Zuma gewann die Wahl zum ANC Präsident klar, und Mbeki’s gesamtes Parteikabinett wurde ausgewechselt. Somit ist Zuma der designierte nächste Präsident des Landes, es ist kaum vorstellbar dass die ANC die Wahlen 2009 verlieren wird.

Doch kurz nach diesem Sieg folgte der nächste Schlag für Zuma. Ein paar Tage vor Weihnachten wurde er offiziell wegen Korruption und Betrug angeklagt im Zusammenhang mit den Waffendeals mit Thint, die auch Shaik zum Verhängnis wurden. Der Gerichtsprozess beginnt voraussichtlich Anfang August 08. Die Beweislast ist noch viel erdrückender als in Shaiks Fall. Momentan laufen diverse juristische Vorgeplänkel ab, es geht darum welche Beweisdokumente im Prozess zugelassen weden. Zumas Anwälte argumentieren auch, dass er in diesem Gerichtsfall Opfer einer von Mbeki’s Kreisen angezettelten “politischen Verschwörung” sei.

Das Land hat jetzt zwei politische Machtzentren mit der Regierung von Mbeki und der Parteizentrale von Zuma. Die Regierung tut sich schwer damit, Anweisungen von der Parteispitze umzusetzen. Der Machtkampf zwischen den beiden wird weitergehen. Mbeki hat jedoch nach seinen diversen Debakeln jegliche Glaubwürdigkeit im Grossteil der Bevölkerung und der ANC-Basis verloren. Den Verdruss über Mbeki’s Politik der Autokratie hat Zuma geschickt ausgenützt. Er ist ein populistisches Chamäleon ohne klares Programm, der allen das erzählt, was sie gerne hören möchten. So geriet er vor kurzem unter starken Beschuss seiner Supporter wegen seinen Aussagen gegenüber englischen und amerikanischen Investoren. Doch er hat eine feine Spürnase für die Probleme der Bevölkerung und seine Kritik an Mbeki ist in vielen Punkten berechtigt.

Was folgt ist ein echter Test für die junge südafrikanische Demokratie und das Justizsystem. Viele Fragen sind offen. Was passiert in Zuma’s Prozess, wird er überhaupt zur Wahl antreten, wer würde ANC Präsidentschaftskandidat falls er nicht antritt, wie wird sich Mbeki verhalten, wird sich die ANC aufsplitten oder wieder vereinigen, was passiert in den Wahlen 09? Die südafrikanische Politik ist eine Wundertüte voller Überraschungen, die nächsten zwei Jahre weden bestimmt nicht langweilig.

Es gibt weisse Südafrikaner, die wegen Zuma buchstäblich schwarz sehen und das Land verlassen. Andere nehmen es viel gelassener und hoffen, dass jemand anderes an die Macht kommt oder dass Zuma trotz allem Verbesserungen im Vergleich zu Mbeki’s Regierung bringen würde. Farbige und schwarze Südafrikaner, von denen viele immer noch unter den Auswirkungen der Apartheid leiden und enttäuscht über die leeren Versprechungen der ANC sind, polarisiert Zuma genauso. Als was wird sich das Chamäleon Zuma wirklich entpuppen, falls er an die Macht kommt?

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Advent in der südlichen Hemisphäre

Posted in Erlebnisse von journey am 16. Dez. 2007

Die Adventszeit hier in Südafrika ist das genaue Gegenteil vom Advent in Mitteleuropa. Für uns Schweizer sind Advent und Weihnachten untrennbar mit Kerzenlicht und vielen anderen Liechtli, mit Schnee, Skifahren, Dunkelheit, Kälte und heissen Getränken verbunden. Hier ist Advent die Zeit, in der die grossen Sommerferien beginnen, mit Temperaturen über 30 Grad, Grillfesten, Sport und Spass am Strand sowie kühlen Drinks.

Die Schulen sind von Anfang Dezember bis Ende Januar geschlossen. Viele KMU’s machen auch zu, von jetzt bis Mitte Januar arbeitet kaum jemand hier am Kap. Die grosse Ausnahme ist der Tourismus. Die Hochsaison hat begonnen und die meisten Hotels und Restaurants verdoppeln ihre Preise. Nebst vielen Europäern kommen auch Südafrikaner aus allen Landesteilen, die ihre Ferien hier verbringen.

Weihnachtsbeleuchtung und etwas Shoppingrummel gibt es auch hier. Doch es ist nicht annähernd vergleichbar mit dem was abgeht, wenn man sich an einem Dezembersonntag ins Glattzentrum begibt oder an einem Donnerstagabend in den Berner Abendverkauf…

Die Südafrikaner kennen die Tradition mit dem Adventskranz nicht. Dafür schmücken viele ihren Tannenbaum schon in der ersten Dezemberwoche, doch die meisten Tannenbäume sind aus Plastik…Wir hatten in den letzten Wochen alle Hände voll zu tun mit dem Bemalen und Einrichten unseres Hauses, der Weihnachtsschmuck kommt deshalb erst nächste Woche dran.

Am Freitagabend haben wir einige Freunde zu unserem “Housewarming Braai” eingeladen. Ein Braai ist ein Grillfest, wir haben noch nie zuvor so viel auf’s mal gegrillt und unseren Grill so richtig eingeweiht. Es war wirklich lustig und dauerte bis am frühen Morgen, Mikey schlief die ganze Zeit friedlich. In den nächsten Wochen werden wir es auch ruhiger nehmen, einige Tagesausflüge machen und viel Zeit am Strand verbringen, wo Peter versucht, Kitesurfen zu lernen.

Weihnachten im Sommer - das ist etwas Neues für uns. Bestimmt wird auch Michael seine Freude am Fest, am Baum und an den “Gschänkli” haben. Unsere Familien werden wir sehr vermissen und freuen uns schon jetzt auf das Wiedersehen im Mai.

Hier einige Adventsimpressionen von uns. Wir wünschen allen eine wunderschöne Weihnachtszeit!


Michael

Michael nach dem Bad

Michael im Pool

Michael

Daniela und Michael

Tafelberg

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Ein Jahr in Südafrika

Posted in Allgemein von Peter am 20. Okt. 2007

Wenn man mittendrin ist, scheint manchmal alles nur im Schneckentempo vorwärtszugehen. Die Rückblende erlaubt einen besseren Überblick auf Ereignisse, Veränderungen und Prozesse, die ablaufen.

Letzten Monat war es ein Jahr her, dass wir in Südafrika angekommen sind. Es ist einiges passiert in diesem Jahr. Wir haben geheiratet, wir haben unsere Aufenthaltsgenehmigung erhalten, wir sind Eltern geworden, wir haben eine lokale Firma gegründet, wir haben neun Monate in Hout Bay verbracht und ein Haus in Table View gekauft, in das wir nun eingezogen sind. Im Zeitraffer betrachtet haben wir in diesem Jahr in Südafrika mehr bewegt, als früher in einigen Jahren in der Schweiz. Doch das liegt mehr an unserem Commitment als am Ort.

Morgen abend steigt das grosse Spiel, der Rugby WM Final zwischen Südafrika und England. Alle hoffen, dass die Boks wie in der Vorrunde klar gewinnen. Das Spiel muss natürlich typisch südafrikanisch gefeiert werden, mit einem grossen Braai, mehreren Potije’s und viel Windhoek Draught bei Craigie. Mmmhhh fein…

Es ist uns sehr wohl hier in unserem neuen Zuhause in “Suburbia” an der Westküste, auch wenn es uns noch an vielem fehlt. Michael geht es zum Glück wieder besser, er hatte in den letzten Wochen Probleme mit “acid reflux”. Sein Magen hat übersäuert, die Milch kam hoch und er hatte Schmerzen. Nun schlägt die Behandlung endlich an, und er hat diese Woche die erste feste Nahrung erhalten. Er ist jetyt 6 Monate alt, ein happy baby, er lacht uns dauernd an und es macht immer mehr Spass, mit ihm zu spielen. Wir sind dankbar und glücklich mit unserem kleinen Sonnenschein :)


Michael 6 Monate alt

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